Aufbewahrung

Zigarettendose der Firma Muratti

Datierung: 1. Drittel 20. Jh.. Standort: BERLIN

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Flache Blechschachtel mit goldener Aufschrift "Muratti Ariston", in kleinerer Schrift: "Gold, Cigarettenfabrik Muratti A.G. Berlin" sowie obig dem Firmenemblem (Krone). Hintergrund diagonal farbig geteilt in dunkelblau und rot.

In den 1920er Jahren war die Muratti ‚der Star unter den Zigaretten’. Besonders prestigeträchtig war die Muratti Ariston. Die Zigarettendose mit ihren sorgfältig einsortierten Zigaretten (das Emblem mit der Krone zeigte auf jeder Zigarette nach oben) war ein luxuriöses Statussymbol, das im Berlin der 1920er Jahre geschickt auf dem Tisch platziert den Stellenwert einer Kreditkarte hatte. Die Schachteln wurden schon bald zu begehrten Sammlerstücken.

Die Zigarettenfirma B. Muratti Sons & Co. Limited aus Manchester betrieb seit 1906 in Berlin eine Zweigniederlassung, die ihren Sitz zunächst in der Dorotheenstraße 22 und später in der Köpenicker Straße 126 in Kreuzberg hatte. 1914 wurde hieraus die "Cigarettenfabrik Muratti GmbH, Berlin".
Die Besitzer der Firma "Muratti" waren Griechen; der Tabak, den die Firma verarbeitete, stammte entsprechend der zeitgenössischen Orientzigaretten-Mode aus dem Osmanischen Reich. Gleichzeitig ist bekannt, dass Ende des 19. Jahrhunderts tausende türkische Arbeitskräfte in der Berliner Zigarettenindustrie als Tabakdreher arbeiteten. Ob diese auch bei Muratti tätig waren, kann nicht einwandfrei geklärt werden.

1960 erwarb die Bremer Martin Brinkmann AG (1992 von der Rothmann-Group übernommen) die Aktienmehrheit von Muratti; fortan produzierte die Kreuzberger Fabrik die Marke Lux Filter. 1975 wurde das Kreuzberger Werk mit zuletzt 329 Beschäftigten schließlich stillgelegt.

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